Zen-Wege: Sa-Dō und Sui-Boku-Dō

Sa-Dō, der Tee-Weg

Sa-Dō, der Tee-Weg, so sagt Sen Sōshitsu, der 15. Großmeister der Urasenke-Schule, „muss durch die Bewegung des eigenen Körpers und durch die eigene Erfahrung erlernt werden. Der Wunsch den Tee-Weg zu erlernen, muss dem eigenen Herzen entspringen. Das wichtigste Ziel der Tee-Übung besteht darin, den Tee zum rechten Zeitpunkt ohne ein Zurückblicken zuzubereiten, oder als Gast entgegenzunehmen.“

Die Mitglieder der Teegruppe im Takujū-Haus-GartenIn der Ersten Berliner Zen-Gemeinschaft e.V. wird seit ihrer Gründung 1971 Sa-Dō geübt. Zuerst zeigte die japanische Teelehrerin Yoko Kawashima die Tee-Bereitung nach Art der Urasenke-Schule. Später wurde der Tee-Unterricht geleitet von Yoshiko Harima, einer Vertreterin der Omotesenke-Schule. 1984 setzte Mieko Takeya, ein Mitglied der Omotesenke-Schule, den Tee-Unterricht fort.

Seit Japanische Teezeremonie mit Kotō1985 besteht die Sa-Dō-Gruppe aus­schließlich aus Zen-Üben­den der Gemeinschaft, die abwechselnd die Leitung der Tee-Übung übernehmen. Seit 1998 ist Ursula Kotō Haußmann die Leiterin der Tee-Gruppe. Ihr Zen-Weg begann 1984, ihre Übung des Tee-Weges 1986.

Kurz gesagt: Seit über 40 Jahren widmet sich unsere Zen-Gemeinschaft der Pflege des japanischen Tee-Weges. Seit dieser Zeit wird ein buddhistischer Weg angeboten, auf dem der Übende zu Harmonie, Hochachtung, Reinheit und Stille zurückfinden kann, hin in eine Welt des Friedens und der Mitmenschlichkeit, an der es in unserer Welt so sehr mangelt.

Butsudan im Tee-Raum des Takujū-HausesUnsere Tee-Handlung ist ein sich immer wiederholendes Bemühen, sich selbst zu erkennen. Ein Ende des Übens, ein Ende des Weges gibt es nicht. Hinter der Welt des Werdens das raum- und zeitlose Sein zu erfahren, ist ein geistiger Vorgang, den der Tee-Übende Weg und der Buddhist Zen nennt.

In diesem Geiste üben wir einmal im Monat in unserem japanischen Tee-Raum, welcher sich im Buddhistischen Zentrum, dem Takujū-Haus befindet, Sa-Dō. Sämtliche für die Teehandlung benötigten Geräte sind mehrfach vorhanden, so dass jemand, der gern mit üben möchte, herzlich willkommen ist. Die Mitglieder der Teegruppe sind nach Absprache gern bereit, für Interessenten eine Einführung zu geben.

Die Anmeldung kann erfolgen unter der Tel.-Nr.: (030) 74 39 97 60 oder an unsere E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

An dieser Stelle sei auch eine sehr interessante Web-Site empfohlen: www.bonsai-haus.de

 

 

Sui-Boku-Dō, der Tuschebild-WegRinzai-Zen-Mönch Genpō beim Tuschen

Wie kommt es, dass wenige, flüchtig erscheinende getuschte Striche im Geiste des Betrachters als duftende Blume, huschendes Eichhörnchen oder rauschender Bambus lebendig werden?

Und wie kommt es, dass allein eine zarte Andeutung mehr zu erfassen vermag als materielle Erscheinungen und uns als Betrachter tief bewegt?

Als Übende des Sui-Boku-Dō, des Tuschebild-Weges, stellen wir uns solche Fragen nicht.

Unser alter Freund Muhan Aoki Oshō sama, Rinzai-Zen-Priester und Tuschemaler, mit Sōtetsu YūzenWir tuschen einfach ‒ und erleben dabei die Vielfalt der Motive, uns selbst in Konzentration und Harmonie ebenso wie unser "Ich" mit all seinem Wollen, Bedenken und Befürchten, den Umgang mit den Materialien und das gemeinsame zweite Frühstück zur Stärkung während unserer monat­lichen Tusche-Sonntage von 9.00 bis 14.30 Uhr in der Kin-Mō-Zendō.

Die Übung des Zazen am Anfang unserer Tusche-Übungstage und am Ende, hilft uns, nicht an der Vorstellung hängenzubleiben, ein "schönes Bild machen" zu wollen.

Wenn es immer öfter gelingt, ein Bild ich-los zu tuschen, dann erwacht das Motiv ungewollt und unbeabsichtigt aus sich selbst heraus zum Leben.

Diese von keinem "Ich" bedingte Lebendigkeit vermag Tuschemotiv, Tuschenden und Betrachter in einem einzigen unbedachten Augenblick zu verbinden.

Tuschenarren sind´s,
die im Quellgrund des Herzens
Pinsel eintauchen.

S.Y.
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